Deutschland ist ein Land von Autofahrern. Laut Kraftfahrtbundesamt waren zum 1. Januar 2011 rund 50,9 Millionen Fahrzeuge in Deutschland angemeldet. Darunter befanden sich circa 42,3 Millionen Pkws und 4,8 Millionen Nutzfahrzeuge. Bei einer Bevölkerung von circa 82 Millionen Einwohnern verfügt statistisch gesehen also jeder zweite Bundesbürger über einen eigenen Pkw. In der Regel ist der Erwerb eines Fahrzeugs mit erheblichen Kosten verbunden. Neben einer klassischen Kreditfinanzierung nutzen viele die Möglichkeit eines Leasing-Vertrags. Was ist das aber eigentlich genau?
Der Begriff Leasing stammt aus dem Englischen und leitet sich vom Verb “to lease” her. Das bedeutet soviel wie “pachten” oder “mieten”. Damit ist auch schon ein zentrales Merkmal des Leasing-Vertrags angesprochen: Das Fahrzeug wird nicht erworben, sondern über einen “Nutzungsüberlassungsvertrag” gewissermaßen gemietet. Im Leasingvertrag werden die monatlich zu zahlenden Raten sowie die zu leistenden Sonderzahlungen definiert. Vertragspartner ist zum einen der Leasinganbieter, der die Finanzierung ermöglicht und das Fahrzeug beschafft, sowie der Leasingnehmer, der das Fahrzeug zu den vertraglich festgelegten Konditionen nutzt. Zwei Faktoren sind im Vertrag besonders zu beachten: zum einen die festgelegte Kilometerzahl, die der Nutzer bis zum Ende der Vertragslaufzeit mit dem Fahrzeug fahren darf. Und zum anderen der festgelegte Restwert. Wird dieser am Ende der Vertragsdauer unterschritten, muss der Nutzer den Restbetrag ausgleichen. In der Regel erhält der Leasingnehmer ein Vorkaufsrecht eingeräumt. Der Erwerb eines Fahrzeugs über einen Leasing-Vertrag ist zumeist teurer als über einen Ratenkredit und wird deshalb seltener genutzt.
Damit ein Leasing-Vertrag zustande kommt, muss der Leasingnehmer über eine ausreichende Bonität verfügen. Diese kann zum Beispiel durch eine Anfrage bei der “Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung” (kurz Schufa) geklärt werden. Hier werden mehr als 66 Millionen Einzeldaten gespeichert, die Rückschlüsse auf die Zahlungsfähigkeit zulassen. Nicht zuletzt aufgrund der weiterhin hohen Anzahl an Privat- und Firmeninsolvenzen ist dieser Schritt gut nachzuvollziehen. So waren nach Angabe des Statistischen Bundesamtes allein im Mai 2011 rund 2.600 Firmen- und mehr als 9.000 Privatinsolvenzen in Deutschland zu verzeichnen. Einen Kredit trotz Schufa erhalten dennoch viele Privatpersonen.
Leasing-Verträge bieten den Vorteil, dass der Nutzer über kein großes Eigenkapital verfügen muss. Die monatlichen Raten stehen fest und sind außerdem auch steuerlich geltend zu machen. Darüber hinaus umfassen zahlreiche Leasing-Verträge auch einen Wartungs- und Instandhaltungsservice. Grundsätzlich ist der Nutzer selbst dafür verantwortlich, sich darum zu kümmern. Ein solcher Service garantiert ihm zusätzlich eine hohe Mobilität und Sicherheit. Leasing-Verträge sind bei fast jedem Fahrzeug-Händler möglich. Oft sind die Konditionen und Preise eine Verhandlungssache. Es kann sich deshalb durchaus lohnen, die Angebote mehrerer Anbieter einzuholen und miteinander zu vergleichen. In vielen Fällen informieren auch die Homepages der Händler über Leasing-Möglichkeiten. Wer sich für Fahrzeuge einer bestimmten Marke interessiert, kann die passenden Händler in der näheren Umgebung einfach über die gängigen Suchmaschinen ermitteln und vergleichen.
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